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In den altehrwürdigen Hallen des Dampflok-Instandhaltungswerks Meiningen der DB AG fand die diesjährige Fachtagung der DB Fahrzeuginstandhaltung statt. Die besondere Athmosphäre einer Veranstaltung zwischen Dampfloks und Sonderfahrzeugen war den Teilnehmern aus dem Kreise der Betreiber, Hersteller, Finanzierern und Instandhaltern anzumerken.

Über Wettbewerbsgrenzen hinweg wurden die aktuellen Trends und Stimmungen diskutiert, die die Branche bewegen. Im Mittelpunkt standen, neben den modularen Lokkonzepten von Siemens und Alsthom, die aktuellen Entwicklungen der europäischen Harmonisierung und Standardisierung.

 

Dazu diskutierten auf dem Podium Herr Markus Hauner (DB AG), Herr Dr. Martin Schroeder (European Railway Agency), Herr Michael Schmitz (Eisenbahnbundesamt), Herr Ralf Müller (TÜV Süd Rail GmbH), Dr. Klaus Roleff (DB Netz AG). Moderiert wurde die Runde, wie bereits in den letzten Jahren, durch Herrn Alexander Rehn (Geschäftsführer T&O).

    

Insbesondere die fehlende Umsetzung der europäischen Richtlinien in nationales Recht führt zu ungelösten Fragen in den Instandhaltungswerken, da nicht klar ist, wer eigentlich die Auditierung zur Entity of Charge in Maintenance (ECM) durchführen darf. Diese ist aber zwingende Vorraussetzung, um zukünftig Instandhaltungsleitungen erbringen zu dürfen. Hier hilft wohl nur eine Demonstration der „Wut-Instandhalter“ vor dem Kanzleramt.Die Entwicklung der europaweiten Instandhaltungsregeln kommt dagegen kontinuierlich voran. Allerdings kann die Kommunikation zwischen der europäischen und nationalen Aufsichtsbehörden auf der einen Seite, sowie den Instandhaltern und deren Interessenverbänden auf der anderen Seite noch weiter verbessert werden.

Die Feedbackschleifen sind nur schwach ausgeprägt und viele Marktteilnehmer bekommen viel zu spät mit, was aus Brüssel oder Berlin bzw. Valenciennes oder Bonn (hier sitzen die Behörden) auf sie zu kommt.

Auch beim Thema ETCS bewegt sich eine Menge. Viele Neu- und Ausbaustrecken im Personenverkehr werden zukünftig ohne nicht mehr befahren werden können. Die Hersteller haben bereits reagiert und rüsten die Loks entsprechend aus bzw. vor. Das hat allerdings zur Folge, dass sich bald mehr Kommunikations.- als Antriebstechnik auf den Fahrzeugen befindet. Eine schnellere flächendeckende Einführung scheitert weniger an der Technik (obwohl auch hier einer Punkte offen sind) als vielmehr an den finanziellen Mitteln. Bei den heute eingeplanten Beträge wird sich die ETCS-Einführung mindestens eine Generation hinstrecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Anschluß an die Podiumsdiskussion führten die Mitarbeiter die Teilnehmer der Fachtagung mit viel Herzblut durch ihr Werk. Alte Technik wurde dabei lebendig und spürbar. Diese besondere Faszination zeigte sich dann auch am Abend während den angeregten Gesprächen bei Bier und Wein.

 

Ein rundum gelungene Veranstaltung im zauberhaften Meinigen!